Warum freie Schulen Social Media brauchen

Warum freie Schulen Social Media brauchen

Warum freie Schulen Social Media brauchen und warum es dabei nicht ums Verkaufen geht

„Vor dem Workshop hatten wir den Eindruck, dass Kolleginnen und Kollegen Berührungsängste mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit hatten. Die Idee, sich zu verkaufen, schreckte viele ab.“

So beschreibt ein Vorstandsmitglied einer Waldorfschule die Stimmung im Kollegium, bevor wir gemeinsam mit der Arbeit an der Öffentlichkeitsarbeit der Schule begonnen haben. Den Satz hören wir an vielen freien Schulen. Er ist verständlich: Wer Kinder begleitet und gute Pädagogik voran bringen will, will keine Werbung machen.

Und trotzdem stehen gerade freie Schulen vor einer Frage, der sie nicht ausweichen können: Wie erfahren Familien, Lehrkräfte und Unterstützer eigentlich, was an unserer Schule jeden Tag passiert?

Zeigen statt verkaufen

Social Media heißt für eine Schule nicht, sich anzupreisen. Es heißt, sichtbar zu machen, was ohnehin da ist: die Epochenhefte, das Klassenspiel, der Gartenbau, die Stimmung bei der Monatsfeier, die Lehrerin, die mit ihrer Klasse Brot backt.

Das ist keine Werbung. Das ist ein Blick durchs Schulfenster. Und genau diesen Blick suchen Menschen, bevor sie sich für eine Schule entscheiden, sich dort bewerben oder sie unterstützen. Sie wollen am Alltag ihrer Kinder teilhaben, die Menschen sehen, die mit ihren Kindern täglich viel Zeit verbringen. Sie wollen sehen, wie die Pädagogik im Alltag gelebt wird.

Wer nichts zeigt, überlässt anderen das Bild. Dann prägen Vorurteile, alte Zeitungsartikel oder eine veraltete Website, wie die Schule wahrgenommen wird.

Drei Gründe, warum freie Schulen sichtbar sein müssen

1. Familien suchen zuerst online

Eltern, die eine Schule für ihr Kind suchen, schauen sich heute zuerst die Website, Google und Instagram an. Erst danach kommen sie zum Infoabend oder zum Tag der offenen Tür. Freie Schulen sind auf jede Anmeldung angewiesen. Wer online kaum zu finden ist, wird gar nicht erst in Betracht gezogen.

2. Lehrkräfte wählen ihre Schule

Auch Lehrerinnen und Lehrer informieren sich, bevor sie sich bewerben. Sie wollen wissen, wie das Kollegium arbeitet, wie die Atmosphäre ist und ob und wie die Pädagogik gelebt wird. Ein ehrlicher Einblick in den Schulalltag überzeugt oft mehr als jede Stellenanzeige.

3. Gemeinschaft entsteht durch Teilhabe

Freie Schulen werden von Eltern, Ehemaligen, Förderern und Freunden getragen. Wer regelmäßig sieht, was an der Schule passiert, fühlt sich verbunden, hilft beim Basar mit, spendet oder empfiehlt die Schule weiter. Social Media ist damit auch Kommunikation nach innen.

So fangt ihr klein an

Niemand muss über Nacht Content-Profi werden. Im Workshop hat sich gezeigt: Sobald das Kollegium selbst Inhalte erstellt, verschwindet die Scheu schnell. Diese fünf Schritte helfen beim Start:

    • Eine feste Ansprechperson benennen, die Beiträge sammelt, freigibt und veröffentlicht.

    • Den Jahreskalender als Quelle nutzen: Feste, Klassenspiele, Praktika und Infoabende liefern Inhalte für das ganze Schuljahr.

    • Einwilligungen klären, bevor Kinder, Lehrkräfte oder Eltern erkennbar zu sehen sind. Klare Regeln geben allen Sicherheit.

    • Einen Rhythmus wählen, der durchzuhalten ist, zum Beispiel ein bis zwei Beiträge pro Woche.

    • Das Kollegium beteiligen: ein Foto aus dem Unterricht, ein Satz dazu. Mehr braucht es oft nicht.

Sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen

Im Workshop hat sich das Kollegium Schritt für Schritt an das Thema herangetraut. Am Ende standen viele eigene Ideen und erste Inhalte, die die Schule direkt nutzen kann. Das Fazit des Vorstandsmitglieds: „Ich würde die Zusammenarbeit definitiv weiterempfehlen.“

Freie Schulen haben etwas zu zeigen. Social Media ist der einfachste und letztendlich auch kostengünstigste Weg, die Einrichtung den Menschen zu zeigen, die danach suchen.

Ihr wollt wissen, wo eure Schule steht? Wir begleiten freie Schulen beim Aufbau ihrer Öffentlichkeitsarbeit, mit Workshops für das Kollegium, Analysen eurer Kanäle und laufender Betreuung. Vereinbart gern ein Gespräch zum Kennenlernen mit uns.

Geschrieben von Wiebke Jahn